Speedskating Weltmeisterschaft

Weltmeisterschaften Speedskating 2011 - 4 Bronzemedaillen für hessische Sportlerinnen

Vom 30.8. bis 5.9.2011 wurden in Yesou in Korea die Weltmeisterschaften im Speedskating ausgetragen. Von der neunköpfigen Nationalmannschaft stellte Hessen mit Laethisia Schimek (Groß-Gerau), Alisa Gutermuth (Darmstadt), Mareike Thum (Darmstadt), Felix Rijhnen (Darmstadt) und Pascal Ramali (Mörfelden) den überwiegenden Teil des Teams. Schon diese Auswahl zeigt sehr deutlich, dass Hessen im Speedskating eine herausragende Stellung einnimmt. Mareike Thum, Felix Rijhnen und Pascal Ramali sind absolute Langstreckenasse, während Laethisia Schimek und Alisa Gutermuth mehr auf den Sprintstrecken zuhause sind.

 

Die Meisterschaften werden immer auf einem Bahn- und einem Strassenkurs ausgetragen. Der Bahnkurs ist i.d.R. 200 m lang und entspricht einem Oval mit leicht überhöhten Kurven. Ein Strassenkurs ist zwischen 400 und 500 m lang und hat Rechts-/Linkskombinationen. Der Belag bei einem Strassenkurs besteht aus normalem Asphalt oder Beton, während die Bahnen heutzutage einen speziellen Kunststoffbelag haben.

Die deutsche Nationalmannschaft holte 1 Silber- und 4 Bronzemedaillen, wobei die hessischen Damen mit den Staffeln an allen vier Bronzemedaillen beteiligt waren. Grundsätzlich zeigte es sich aber, dass die Sportler aus Columbien (43 Medaillen, davon 19 Gold) und Korea (30 Medaillen, davon 13 Gold) in einer eigenen Liga spielen und die anderen Nationen in der Welt nur eine Nebenrolle zugedacht bekommen. Im Medaillenspiegel belegt Deutschland den 11. Platz und wurde somit vierbeste europäische Nation. Beste europäische Nation wurde Belgien mit 7 Medaillen, davon 1 Gold.

In der Wertungsgruppe der Aktiven Damen war mit Mareike Thum eine der führenden Langstrecklerinnen in Europa am Start. Allerdings hatten die Sportlerinnen aus Europa bei dieser WM wenig zu melden. Korea, Columbien und Taipei sind die bestimmenden Nationen. In diesen Staaten ist Speedskating ein Nationalsport und die Sportlerinnen werden entsprechend gefördert und sind quasi Profis. Für die Sportlerinnen aus Deutschland ist dies ein Wunschtraum, denn der Sport wird neben Schule und Arbeit gemacht. Vor allem in der Staffel sind unsere Aktiven Sportlerinnen absolute Spitze. Sowohl auf der Bahn, als auch auf der Strasse konnte Mareike Thum mit ihren Teamkameradinnen Jana Gegner und Sabine Berg die Bronzemedaille holen. Das sehr gut eingestellte Team arbeitete perfekt zusammen und musste sich nur übermächtigen Nationen aus Taipei, Korea und Columbien beugen. Mareike Thum erzielte folgende Ergebnisse: 

Bahn - 10.000 m Punkte/Ausscheidung 15. Platz

Bahn - 15.000 m Ausscheidung 17. Platz

Bahn - Staffel 3. Platz

Strasse - 10.000 m Punkte 11. Platz

Strasse - 20.000 m Ausscheidung 19 Platz

Strasse - Staffel 3. Platz 

Bei den Herren hatten es die hessischen Langstreckler Felix Rijhnen und Pascal Ramali sehr schwer. Die Konkurrenz kam hier vor allem aus Belgien, Frankreich und Neuseeland. Mit Felix Rijhnen startete der beste deutsche Skater und auch Pascal Ramali gehört zur deutschen Spitze. Beide bewiesen in der Vergangenheit, dass sie europäischen oder internationalen Spitzenplätze belegen können. Nicht ohne Grund gehören beide den internationalen Spitzenteams von Powerslide (Felix Rijhnen) und Cado Modus (Pascal Ramali) an. Bei der WM konnten beide leider keine Medaillen einfahren, aber die erzielten Resultate dürfen angesichts des hochklassischen Teilnehmerfeldes zufrieden stellen. Die Ergebnisse im einzelnen:

Bahn 10.000 m Punkte/Ausscheidung - Felix Rijhnen 11.  / Pascal Ramali 39.

Bahn 15.000 m Ausscheidung - Felix Rijhnen 13. / Pascal Ramali 24.

Strasse 1000 m - Felix Rijhnen 27. Platz.

Strasse 20.000 m Ausscheidung - Felix Rijhnen 12. Platz / Pascal Ramali 21.

Strasse 10.000 m Punkte - Felix Rijhnen 14. / Pascal Ramali 23. 

Im Juniorenbereich gibt es in Deutschland extremen Nachholbedarf. So konnte keine Herrenmannschaft gestellt werden und auch für die Damenmannschaft qualifizierten sich nur 2 Sportlerinnen. Dies war die grosse Chance für Alisa Gutermuth, die eigentlich einen Jahr zu jung ist, aber als eine der besten deutschen Sportlerinnen mit zur WM fahren durfte. Sie und Laethisia Schimek bestimmen vor allem die Sprintstrecken in Europa. Im ersten Wettkampf über 300 m war Laethisia Schimek beste Europäerin und auch Alisa Gutermuth hatte mit ihrem 12 Platz einen hervorragenden Einstand.  Eine deutliche Steigerung gab es dann auf der Strasse bei dem 200 m Einzelsprint. Hier kam Laethisia Schimek auf Platz 5 und Alisa Gutermuth auf Platz 6. Alisa Gutermuth lief bei den 1000 m eines ihrer besten Rennen und holte sich sensationell den 7 Platz. Bei dem 500 m Lauf konnte Laethisia Schimek einen hervorragenden 6. Platz erreichen. Nur die Sportlerinnen aus Korea und Columbien sowie Taipei lagen vor ihr. Aber diese laufen bei der WM sowieso eine eigene Welt. Laethisia Schimek konnte auf den 500 m beweisen, dass sie zur Weltspitze auf den Sprintstrecken gehört. Mit dem 4. Platz kam sie leider nicht auf das Podest, konnte sich aber mit einem Rückstand von 19/1000 sec. in der Spitzengruppe behaupten. Dies wurde auch durch den recht deutlichen Abstand zur Fünftplazierten klar. Das Alisa Gutermuth auch auf den Langstrecken eingesetzt werden kann, bewies sie mit ihrem 13. Platz über 10.000 m Punkte und dem 29. Platz über 20.000 m Ausscheidung. 

Auch unsere Juniorensportlerinnen sind in der Staffel absolute Spitze. Sowohl auf der Bahn, als auch auf der Strasse konnten Laethisia Schimek, Alisa Gutermuth und ihre Teamkameradin Katharina Rumpus die Bronzemedaille holen.

Die Ergebnisse im einzelnen:

Bahn 300 m - Laethisia Schimek 8. / Alisa Gutermuth 12.

Bahn 1000 m - Alisa Gutermuth 7. / Laethisia Schimek 14.

Bahn 500 m - Laethisia Schimek 6.

Bahn - Staffel 3. Platz

Strasse 200 m - Laethisia Schimek 5. / Alisa Gutermuth 6.

Strasse 10.000 m Punkte - Alisa Gutermuth 13.

Strasse 20.000 m Ausscheidung - Alisa Gutermuth 29.

Strasse 500 m - Laethisia Schimek 4. / Alisa Gutermuth 13.

Strasse - Staffel 3. Platz 

Fazit der Weltmeisterschaft 2011: Die Nationen aus Südostasien und Südamerika spielen in einer anderen Liga und sind uneinholbar. Solange Speedskating in Deutschland eine Randsportart ist, haben unsere Sportler und Sportlerinnen nur geringe Chancen vorne mitzulaufen. Vielleicht wird dies einmal anders, wenn Speedskating olympisch wird. Dennoch dürfen wir mit den Leistungen zufrieden sein, vor allen da der direkte Vergleich mit anderen europäischen Nationen für Deutschland sehr positiv ausfällt.

 

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