Lilly und die Welt

"Lilly und die Welt" - eine grandiose Show und hervorragende Vereinsarbeit

Am 26. und 27. März 2011 fand in der Darmstädter Böllenfalltorhalle eine denkwürdige Veranstaltung statt. Unter der Leitung von Martina Lehrian (KSG Georgenhausen) und Melanie Müller (RSC Darmstadt) fanden sich 8 hessische Rollkunstlaufvereine zusammen und inszenierten eine über 2 Stunden dauernde Rollkunstlaufshow der Superlative.

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In seinem Grußwort nahm der Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, Herr Werner Koch, Bezug auf diese außerordentliche koordinative Leistung und die damit verbundene positive Wirkung auf die Arbeit der Ehrenamtlichen im Sport. Herr Koch hob vor allem die gesellschaftliche Bedeutung von Vereinen sowohl für die Gesundheit als auch für das gemeinschaftliche Zusammenleben hervor und betonte, dass die beiden ausrichtenden Vereine mit dieser Show aktiv dazu beigetragen haben.

Den Erfolg der Veranstaltung zeigte auch die Tatsache, dass beide Veranstaltungen lange vorher ausverkauft waren. Den Zuschauern wurde eine professionell aufgebaute und ausgestattete Show geboten, in der über 100 Sportlerinnen und Sportler aus 8 hessischen Rollsportvereinen mitwirkten. Der vielfache Szenenapplaus zeugte von einer kurzweiligen und gelungenen Unterhaltung. Besonders die von den Vereinsmitgliedern entworfenen und genähten Kostüme (mehr als 400 an der Zahl) faszinierten die Zuschauer und verleiteten zu Beifallstürmen.  

Bei der Show geht es um die kleine Lilly, die im Traum eine Reise um die Welt unternimmt. Hierzu begleiten sie der Mond und seine Sterne, die als Traumtänzer in gigantischen Kostümen auftraten. Der Mond, in Perfektion von Mona Lederbach in Szene gesetzt, wird zu einem engen Gefährten der kleinen Lilly. Zu jedem Traumpunkt gab es entsprechende Showeinlagen, bei denen die Eigenarten des Landes faszinierend gezeigt und getanzt wurden. Hierbei wurden gerne alle gängigen Klischees genutzt. So wurde Deutschland durch Matrosen (der Norden) und Bayern (der Süden) dargestellt. Der Besuch in Österreich brachte die ersten Beifallstürme, als Uwe Neumann (Fachwart Rollkunstlauf in Hessen) als "Anton aus Tirol" durch die Halle fuhr und sich dabei als Bauer outete, der eine Frau sucht. Die Kleinsten zeigten bei dem Besuch in der Schweiz zu dem passenden Thema "Heidi" ihr Können. Die jüngsten Teilnehmer waren 4 Jahre alt und erfreuten die Herzen der Zuschauer. Beim Karneval in Venedig zeigte sich das Talent der Kostümschneiderinnen. In den Atem raubenden Kostümen müssen Unmengen von Arbeitsstunden gesteckt haben und auch im weiteren Verlauf der Show war viel von dem Einfallsreichtum und dem Können der Schneiderinnen zu sehen.

Die Spitzenläufer und Läuferinnen des Hessischen Rollsport und Inlineverbandes zeigten auch an diesem Abend ihr großes Talent und Können. Viele sehr schöne Solos zogen die Zuschauer in ihren Bann. Bei dem Besuch in Spanien wurde natürlich der Flamenco präsentiert, aber nicht nur als Tanz, sondern zu Beginn als Scherenschnitt hinter eine beleuchteten Wand. Dieser super Showeffekt wiederholte sich später beim Alptraum, den Lilly auch durchlebte. Das Männerballett, welches Griechenland darstellte, veranlasste das Publikum wegen der gelungen artistischen Einlagen zu Jubelstürmen. Beim Tanz in Ägypten fuhr eine Pyramide scheinbar führerlos durch den Eingang, in dieser hatten sich zwei Läuferinnen versteckt. Auch eine Mumie durfte nicht fehlen. Dass Rollkunstlauf auch auf Inlineskates möglich ist, zeigte sich in Perfektion bei dem Besuch in Indien. Viviana Iparraguirre de las Casas zog mit ihrem Bauchtanz die Zuschauer in ihren Bann. Im Orient zeigten die Geschwister Yannick und Yasna Neumann ihre absolute Weltklasse als Tanzpaar. Ihre Kür wurde mit Beifallsstürmen des Publikums belohnt. Zudem glänzten Kamele und ein Harem in grandiosen Kostümen.

Der zweite Teil der Show entführte nach Afrika und war neben phantasievollen Kostümen in Adaption zum Musical "König der Löwen" von der Musik zur Fußball-WM 2010 geprägt. Etwas gruselig ging es dann in einer Schwarzlichtszene zu. Elefantenskelette und Vodoopriester tanzten um die schlafende Lilly. Aus den Schwarzlichttheatern in Prag sind diese Supereffekte bekannt, die in der Show perfekt umgesetzt wurden. Spätestens jetzt muss die exzellente Leistung der Lichtshow erwähnt werden, die von den Profis von MKM-Eventtechnik aus Darmstadt bereitgestellt wurde.

Für Australien durften Aborigines nicht fehlen und in Südamerika waren neben dem Dschungel mit Tarzan auch Sambatänzerinnen vertreten, die dem Publikum so richtig einheizten.

Immer wieder waren es aber die Kleinsten, die das Publikum in ihren Bann zogen. Zu dem Hit von Frank Sinatra "New York" zogen sie ihre Runden und zeigten sehr deutlich, welchen Spaß sie dabei hatten. Auch die Cowboys trieben ihr Unwesen in Amerika, neben einem Gruppentanz und einem rasanten Solo von Yannick Neumann gab es auch ein grandiosen Duell zu „Spiel mir das Lied vom Tod“, wo Uwe Neumann als Richter im Matrixstil zwei randalierende Cowboys zum Duell aufforderte. Tolle Kostüme und eine perfekte Show boten der Formationstanz beim Besuch in China. Am Ende der Traumreise standen die Besuche in Grönland, Schottland und Irland, bei denen es noch einen zusätzlichen Gänsehauteffekt gab, als ein Dudelsackspieler auftrat. Letzte Station war dann Frankreich, wo um einen beleuchteten Eiffelturm getanzt wurde. Wie auch alle anderen tollen Kulissen war dieser von den ehrenamtlichen Helfern entworfen und gebaut worden.

Nach 180 kurzweiligen und sehr schönen Minuten kamen alle 103 Mitwirkenden zu dem Abschlusstanz zusammen. Anne Kudoke sang hierzu den Hit "I will survive", begleitet von Manfred Horschler auf dem Saxophon. Ein grandioses Bild bot sich den Zuschauern, die sich mit anhaltendem Beifall und standing ovations für den schönen Abend bedankten.

Abschließend sei nochmals die Idee und die Umsetzung dieser Show erwähnt. Mehr als eineinhalb Jahre arbeiteten Martina Lehrian und Melanie Müller fieberhaft mit allen ihren Helfern an dem Projekt. In 8000 Arbeitstunden wurden über 400 Kostüme und 50 Kulissenteile gefertigt. Für die Koordination wurden über 5000 Emails verschickt. Diese Zahlen und Aufwände sind umso höher zu bewerten, da sie von Ehrenamtlichen in deren Freizeit erbracht wurde und durch dieses gemeinsame Projekt die Gemeinsamkeit im Rollsport positiv beeinflusst wurde.

Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden und Helfer.  

 

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